Der Wald



2021 | Opernfilm | 70min
Die Komponistin Ethel Smyth widmete sich schon vor über 100 Jahren in ihrer romantischen Oper DER WALD (UA Berlin 1902) mit ganz eigenen Motiven dem Phänomen German Angst. Woher kommt sie? Diese Angst vor dem Fremden, dem Unbekannten, dem Unkontrollierbaren?
Für die Neuinszenierung als Film hat Kerstin Steeb ein multidisziplinäres Team um sich versammelt, um Geschichte und Gegenwart, Realität und Kunst miteinander zu konfrontieren. Der Plot der Oper wird mit Originalzitaten aus drei privaten Chatgruppen verwoben. Das doku
mentarische Material wird den Sänger:innen in den Mund gelegt. Frisch eingespielte Opernromantik trifft auf Overdub-Chöre und fett produzierte Dubstep-inspirierte Neukompositionen. Ethel Smyth’s „Der Wald“ begegnet einem identitären Elektronik-Soundtrack. Filmischer Realismus trifft auf Videospielästhetik und auf politische Collage. Kerstin Steeb schafft als Regisseurin dabei eine einzigartige Form für zeitgenössische feministisch-politische Inhalte innerhalb einer nach wie vor von Männern dominierten Opernszene.
In der Story des Waldes wird die Dorfgemeinschaft zum absoluten Ideal, alles Fremde wird zum Feindbild. Die Figuren der Oper ziehen sich in ihre eigenen vier Wände zurück und werden von der Angst infiziert. Sie entwickeln sich zu Preppern, die sich in Deutschtümelei und Abschottung ihren dystopischen Verschwörungserzählungen hingeben. Durch die Verbindung von Musiktheater mit Videospiel- und Filmästhetik seziert DER WALD die Keimzelle der German Angst mitten unter uns, im Heute, in der bürgerlichen Mitte, dort, wo sie nicht vermutet wird. Vielleicht ist ja die Angst selbst das größte Monster in unserem reichen, geordneten Risikogebiet?
Alle geschriebenen, gesagten und gesungenen Chat-Texte sind Originalzitate aus drei verschiedenen privaten Chatverläufen. (Quellen: taz, das Recherchekollektiv LSA Rechtsaußen und Kerstin Steeb) © Kerstin Steeb, Martin D’Costa, Heike Blenk, Eléonore Roedel

Iolanthe / Lisa Florentine Schmalz
Heinrich / Ferdinand Keller
Röschen / Isabel Reinhard
Rudolf / Friedo Henken
Schildkröte / Felix Stachelhaus
Schlagwerk, Synthesizer, Elektronik / Felix Stachelhaus
Sextett
Geige - Juditha Haeberlin
Geige - Mona Burger
Bratsche Carrie Robinson,
Cello Lea Tessmann
Kontrabass Kristin Kuldkepp
Horn - Sonja Engelhardt
Komposition / Ethel Smyth
Regie, Konzept, Künstlerische Leitung / Kerstin Steeb
Musikalische Leitung, Arrangement, Komposition / Felix Stachelhaus
Kamera, Schnitt / Martin D‘Costa
Szenen-, Kostümbild, Location-Scout / Hanne Lenze-Lauch
Produktion, Konzeptuelle Beratung / Stückliesel
Drehbuch / Kerstin Steeb, Katja Meier
Illustration / Eléonore Roedel
Dramaturgie / Katja Meier
Monologe Iolanthe / Ivana Sokola
Animationen / Benjamin Jantzen
2. Kamera / Jacob Hohf
Ton, Musikmischung / Patrick Dadaczynski
Maske, Ausstattungsassistenz / Johanna Winkler
Regieassistenz / Elli Neubert
Tonassistenz, Farbkorrektur / Judith Zastrow
Korrepetition / Eva Barta
Szenenfotos / Heike Blenk
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